Martinimarkt
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Martinimarkt

Es war ein kalter Novemberabend, als sich die Bewohner des beschaulichen Dorfes St. Martin auf den kommenden Martinimarkt vorbereiteten. Der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln lag bereits in der Luft, als die ersten Buden aufgebaut wurden. Der Marktplatz, der normalerweise von Stille umgeben war, erwachte zum Leben.

In der kleinen Backstube von Frau Schmidt brummte der Ofen vor sich hin, während sie emsig Plätzchen für den Markt vorbereitete. Die Wände waren mit alten Backrezepten und Fotos vergangener Martinimärkte geschmückt. Frau Schmidt, die die Backstube seit Jahrzehnten führte, war eine Institution im Dorf. Jeder kannte ihre Leckereien und freute sich schon darauf, sie beim Markt zu kosten.

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Photo by Anton Darius on Unsplash

Währenddessen strichen die Mitglieder des örtlichen Musikvereins ihre Instrumente, um sich auf den traditionellen Martinizug vorzubereiten. Die Dorfbewohner hatten ihre besten Martinimäntel aus dem Schrank geholt und warteten gespannt auf den Beginn des festlichen Umzugs. Die Kinder, mit leuchtenden Laternen in den Händen, kamen aufgeregt zusammen, um sich auf die Parade vorzubereiten.

Am Marktplatz angekommen, erleuchteten Hunderte von Lichtern die Gassen. Die Buden waren festlich geschmückt, und die Dorfbewohner schlenderten von Stand zu Stand, um die handgemachten Waren zu bewundern. Da gab es handgeschnitzte Holzspielzeuge, wärmende Strickwaren und kunstvoll gefertigten Schmuck.

Mitten im Trubel des Marktes stand ein kleiner Stand, an dem ein Mann namens Herr Müller seine selbstgemachten Glühweinvariationen anbot. Er hatte alles im Angebot, von klassischem Rotwein-Glühwein bis zu exotischen Gewürzmischungen. Sein Stand wurde schnell zum Treffpunkt für diejenigen, die sich aufwärmen und die festliche Atmosphäre genießen wollten.

In einem abgelegenen Teil des Marktplatzes befand sich eine improvisierte Bühne, auf der lokale Künstler ihre Talente zum Besten gaben. Eine Gruppe von Dorfbewohnern hatte eine Theateraufführung vorbereitet, die die Geschichte von St. Martin und seinem selbstlosen Akt des Teilens erzählte. Die Zuschauer lachten und applaudierten, als die Schauspieler in bunten Kostümen auftraten und die Geschichte mit einem Augenzwinkern präsentierten.

Die Kinder hatten ihren eigenen Bereich mit Karussells und Spielen, die ihre Augen vor Begeisterung leuchten ließen. Ein nostalgisches Riesenrad drehte sich langsam und bot einen atemberaubenden Blick über das festlich beleuchtete Dorf. Die Eltern beobachteten ihre Kinder mit einem warmen Lächeln, während sie selbst den Zauber des Marktes genossen.

Inmitten all dieser festlichen Aktivitäten entdeckten zwei alte Freunde, Karl und Ernst, ihren eigenen Weg zum Markt. Die beiden Männer waren seit ihrer Kindheit unzertrennlich gewesen und hatten viele Abenteuer miteinander geteilt. Auch wenn die Jahre vergangen waren, hatten sie nichts von ihrer Fröhlichkeit und Spielfreude verloren.

Karl und Ernst schlenderten gemütlich über den Markt und bewunderten die Stände. Plötzlich fiel Ernsts Blick auf eine riesige Wurstbude, die mit einem Schild “Die beste Bratwurst im Umkreis!” warb. Ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht, und er stieß Karl an.

“Komm schon, alter Freund! Eine Bratwurst muss her, bevor wir uns weiter ins Getümmel stürzen!”

Karl, der nie einer herzhaften Bratwurst widerstehen konnte, stimmte lachend zu. Die beiden Männer bestellten ihre Würste und setzten sich auf eine Bank, um das Schauspiel um sie herum zu genießen. Zwischen jedem herzhaften Bissen tauschten sie Anekdoten aus ihrer Jugend aus und lachten über die kleinen und großen Missgeschicke, die das Leben ihnen beschert hatte.

Währenddessen hatte sich auf der Bühne eine lokale Comedygruppe bereitgemacht, um das Publikum mit humorvollen Einlagen zu unterhalten. Die Darsteller, verkleidet als Dorfbewohner in skurrilen Situationen, brachten die Zuschauer zum Lachen. Karl und Ernst, die ihre Bratwürste in den Händen hielten, schauten sich an und entschieden sich spontan, der Comedygruppe beizutreten.

Mit einem selbstbewussten Lächeln betraten sie die Bühne, um sich den improvisierten Sketcheinlagen anzuschließen. Die Dorfbewohner erkannten die beiden sofort und jubelten, als Karl und Ernst in ihre spontane Comedyshow einstiegen. Die beiden Männer erzählten von ihren Abenteuern, von kuriosen Begegnungen und amüsanten Missverständnissen.

Das Publikum lachte herzhaft, und die Stimmung auf dem Marktplatz erreichte ihren Höhepunkt. Die Darbietung von Karl und Ernst wurde zu einem unerwarteten Höhepunkt des Martinimarkts, und die Menschen um sie herum genossen die deftige Komik der beiden Freunde.

Als die Comedyshow zu Ende ging, verbeugten sich Karl und Ernst vor dem applaudierenden Publikum. Die beiden Männer kehrten zu ihrer Bank zurück, wo ihre Bratwürste mittlerweile abgekühlt waren. Es war ihnen egal – der Spaß, den sie und die anderen Dorfbewohner geteilt hatten, war mehr wert als warme Würste.

Der Rest des Abends verlief in ausgelassener Stimmung. Die Menschen tanzten zu den Klängen des Musikvereins, probierten die verschiedenen Leckereien, und die Kinder genossen die letzten Fahrten auf dem Karussell. Karl und Ernst mischten sich unter die Dorfbewohner, tauschten Geschichten aus und lachten, bis ihnen die Tränen kamen.

Als die Glocken der nahegelegenen Kirche Mitternacht schlugen, umarmten sich die Menschen auf dem Marktplatz. Der Martinimarkt war zu Ende, aber die Erinnerungen an diesen besonderen Abend würden noch lange in den Herzen der Dorfbewohner nachklingen.

So ging der Martinimarkt in St. Martin zu Ende, eingehüllt in Gelächter, Freude und die Wärme gemeinsam geteilter Momente. Die Menschen kehrten nach Hause zurück, ihre Herzen erfüllt von der Magie des Advents und der Freude, die das gemeinsame Feiern mit sich brachte.

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